Anämie (Blutarmut): Ursachen, Symptome (2024)

Kurzübersicht

  • Symptome: Schwindel, Kopfschmerzen, verminderte Leistungsfähigkeit, Atemnot, Ohrensausen, blasse Haut und Schleimhaut, glatte rote Zunge, mitunter brüchige Nägel, entzündete Mundwinkel
  • Ursachen: Gestörte Blutbildung z. B. bei Mangel an Eisen, Folsäure, Vitamin B12, Nierenschwäche, Entzündungen, Blutverlust, gesteigerter Abbau roter Blutkörperchen, Verteilungsstörung des Blutes
  • Behandlung: Je nach Ursache, z. B. Zufuhr mangelnder Spurenelemente, Ernährungsanpassung, Hormongabe, ggf. Bluttransfusion, Therapie von Grunderkrankungen (z. B. Entzündung oder Infektion)
  • Diagnose: Blutuntersuchung, Erhebung der Anzahl roter Blutzellen, Hämoglobingehalt, Beurteilung des Aussehens der roten Blutzellen, ggf. Untersuchung von Knochenmark
  • Wann zum Arzt? Immer bei Verdacht auf eine Blutarmut
  • Vorbeugen: Ausgewogene Ernährung, Kontrolluntersuchungen bei chronischen Erkrankungen
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Was ist eine Anämie?

Medizinisch betrachtet, ist die Definition einer Anämie eine verminderte Hämoglobin-Konzentration im Blut. Der Farbstoff Hämoglobin ist der wichtigste Bestandteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten).

Hämoglobin ist ein eisenhaltiges Protein, das den Sauerstoff von der Lunge zu den Körperzellen transportiert. Auf dem Rückweg nimmt es Kohlendioxid (CO2), das im Zellstoffwechsel als Abfallprodukt anfällt, mit in die Lunge. Dort wird CO2 mit dem Atem abgegeben.

Bei einer Anämie gibt es zu wenig Hämoglobin, sodass die Körperzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.

Anämie-Formen

Mediziner unterscheiden verschiedene Anämien je nach der Form und dem Aussehen der roten Blutkörperchen unter dem Mikroskop sowie danach, wie viel Hämoglobin sie enthalten:

  • Mikrozytäre, hypochrome Anämie: Die roten Blutkörperchen sind zu klein und enthalten zu wenig Hämoglobin. Ein typisches Beispiel für diese Form von Blutarmut ist die Eisenmangel-Anämie.
  • Makrozytäre, hyperchrome Anämie: Hierbei sind die roten Blutkörperchen zu groß und enthalten reichlich Hämoglobin. Sie transportieren zwar genügend Sauerstoff, werden in der Milz aber zu früh abgebaut. Diese Form von Blutarmut tritt bei Folsäuremangel oder Vitamin-B-12-Mangel auf. Auch die sogenannte perniziöse Anämie gehört in diese Gruppe.
  • Normozytäre, normochrome Anämie: Diese Form der Blutarmut wird durch einen starken Blutverlust ausgelöst. Die roten Blutkörperchen sind normal groß und enthalten normale Mengen Hämoglobin.
Anämie (Blutarmut): Ursachen, Symptome (1)

Außerdem lassen sich Anämien nach ihren Ursachen unterteilen. So unterscheiden Ärzte folgende Formen:

  • Anämie infolge einer gestörten Blutbildung
  • Anämie durch einen gesteigerten Abbau roter Blutzellen im Körper
  • Anämie durch Verlust von Erythrozyten (Blutungen)
  • Anämie durch eine Verteilungsstörung der roten Blutzellen im Körper
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Symptome bei Anämie

Die Anämie hat nicht nur viele Ursachen, sondern ist auch mit zahlreichen Symptomen verbunden, die nicht immer eindeutig sind. Typisch für alle Anämien sind jedoch Beschwerden, die aus der Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff resultieren:

  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Verminderte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit
  • Atemnot (Dyspnoe) bei Belastung, bei fortgeschrittener Anämie auch in Ruhe
  • Herzklopfen und Ohrensausen
  • Blasse Haut, Binde- und Schleimhaut
  • Rote, glatte Zunge (sogenannte Lackzunge)

Je nach Art der Anämie kommen weitere Symptome hinzu. Einige Beispiele:

  • Eisenmangel-Anämie: Brüchige Haare und Nägel, blasses Gesicht, entzündete Mundwinkel undSchleimhäute
  • Perniziöse Anämie/Vitamin-B12-Mangel-Anämie: Gedächtnisstörungen, Appetitlosigkeit, Zungenbrennen, Verdauungsstörungen wie Verstopfung oder Durchfall, Gewichtsverlust
  • Hämolytische Anämie: Ikterus (Gelbsucht) mit gelb verfärbter Haut sowie gelblicher Färbung des ursprünglich weißen Bereichs im Auge
  • Anämie durch innere Blutungen: Schwarzer Stuhl (Teerstuhl oder Meläna) oder rotes Blut im Stuhl oder im Urin, Kreislaufzusammenbruch, niedriger Blutdruck, hohe Herzfrequenz
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Ursachen einer Anämie

Für eine Blutarmut gibt es verschiedene mögliche Ursachen. Manchmal ist die Anämie aufgrund bestimmter Gendefekte bereits angeboren und führt schon im Kleinkindalter zu ernsten Komplikationen, die mitunter tödlich verlaufen. In anderen Fällen wird die Blutarmut erst im Laufe des Lebens erworben, etwa durch mangelhafte, einseitige Ernährung.

Oft ist sie ein Nebenbefund chronischer Erkrankungen. Zudem tritt eine Anämie im Alter infolge von verlangsamten Regenerationsprozessen vermehrt auf.

Insgesamt lassen sich Anämien nach dem Entstehungsmechanismus in folgende Gruppen einteilen:

Anämie durch Störungen der Blutbildung

Die Blutbildung ist ein empfindlicher Prozess, bestimmte Faktoren stören ihn an verschiedenen Stationen. Die Blutzellen entstehen im Knochenmark: Aus sogenannten Stammzellen entwickeln sich mithilfe unterschiedlicher Botenstoffe (Hormone) verschiedene Blutzellarten, darunter Vorstufen der roten Blutkörperchen.

Ein Mangel an Bausteinen, Hormonen oder Vitaminen sowie Erkrankungen des Knochenmarks wie Entzündungen oder Leukämie (Blutkrebs) beeinträchtigen die Blutbildung. Dann bilden sich nicht voll funktionsfähige rote Blutkörperchen, die den Sauerstofftransport nicht ausreichend gewährleisten.

Die häufigsten Formen von Anämie gehen auf eine derartige Blutbildungsstörung zurück:

Eisenmangel-Anämie: Eisen ist ein unverzichtbarer Baustein des Hämoglobins. Ein Eisenmangel führt mit der Zeit zu einer Blutarmut. Meist entsteht der Eisenmangel durch chronische Blutungen, etwa bei verlängerter oder sehr starker Regelblutung oder einem blutenden Magengeschwür (besonders, wenn es unentdeckt bleibt). In anderen Fällen beruht die Eisenmangel-Anämie darauf, dass der Körper zu wenig Eisen über die Nahrung erhält, die Eisenaufnahme im Darm gestört oder der Eisenbedarf erhöht ist (etwa in der Schwangerschaft und Stillzeit).

Folsäuremangel-Anämie: Folsäure ist unentbehrlich für die Zellteilung und dieBlutbildung. Das Vitamin ist besonders in verschiedenen Kohlsorten (etwa Brokkoli), Spinat, Spargel und Blattsalat enthalten. Eine Mangelernährung verursacht deshalb mitunter eine Folsäuremangel-Anämie. Auch bei schwerem Alkoholmissbrauch entwickelt sich diese Form von Blutarmut manchmal. Es handelt sich dabei um eine makrozytäre, hyperchrome Anämie.

Vitamin-B12-Mangel-Anämie: Das Vitamin B12 (Cobalamin) ist unter anderem wichtig für die Zellneubildung und den Stoffwechsel verschiedener Eiweißbausteine (Aminosäuren). Ein Mangel entsteht meist durch eine gestörte Aufnahme des Vitamins in den Körper, etwa bei chronischer Magenschleimhautentzündung (chronische Gastritis) oder Zöliakie. Genau wie beim Folsäuremangel entsteht dann eine makrozytäre, hyperchrome Anämie.

Perniziöse Anämie: Diese Sonderform der Vitamin-B12-Mangel-Anämie entsteht etwa durch eine Autoimmunerkrankung, eine Schädigung der Magenschleimhaut, eine Teilentfernung des Magens oder einen Wurmbefall des Darms. Bei der Autoimmun-Variante richtet sich das körpereigene Abwehrsystem gegen die Zellen der Magenschleimhaut und zerstört diese. Dadurch wird weniger vom sogenannten Intrinsic Factor gebildet, der eine wichtige Rolle bei der Aufnahme des Vitamins B12 spielt.

Renale Anämie: Diese Form von Blutarmut entsteht dadurch, dass die Nieren aufgrund einer Funktionsschwäche zu wenig Erythropoetin produzieren. Dieses Hormon regt im Knochenmark die Bildung der roten Blutkörperchen an, weshalb ein Mangel zu Blutarmut führt. Die Nierenschwäche ist zum Beispiel die Folge chronischer Nierenerkrankungen oder Nierenschäden. Die resultierende renale Anämie wird meist verstärkt durch eine verkürzte Lebensdauer der roten Blutkörperchen sowie die bei chronisch Nierenkranken oft erforderlichen Blutwäschen (Dialysen).

Aplastische Anämie: Hier ist die Bildung aller Blutzellen (rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen) vermindert. Der Grund ist eine Funktionsstörung des Knochenmarks, die angeboren (zum Beispiel Fanconi-Anämie) oder erworben ist (etwa durch Medikamente, Giftstoffe, ionisierende Strahlung oder bestimmte Infektionskrankheiten).

Thalassämie: Infolge eines genetischen Defekts ist hier die Bildung von Hämoglobin gestört – und damit auch die Produktion der roten Blutkörperchen. Außerdem sind die gebildeten Erythrozyten verkleinert und haben eine verkürzte Lebensdauer. Die Thalassämie gehört zur Gruppe der mikrozytären, hypochromen Anämien.

Anämie infolge anderer Erkrankungen: Häufig verkannt werden Anämien, die durch Entzündungen, Virusinfekte, Krebs (wie Leukämie), Chemotherapien oder Autoimmunerkrankungen ausgelöst werden. Vor allem chronische Erkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen von Blutarmut. Je nach Schweregrad greifen sie unterschiedlich stark in die Blutbildung ein und führen zu einer kleinzelligen Anämie.

Anämie durch Blutungen

Zu einem Blutverlust kommt es, wenn Blut aus einer äußeren oder inneren Wunde austritt. Manchmal ist eine offene Verletzung infolge eines Unfalls der Grund, mitunter führen auch kleine Blutungsquellen zu einem chronischen Blutverlust, aus dem sich mit der Zeit eine Blutarmut entwickelt.

Das ist zum Beispiel bei einem unentdeckten blutenden Magengeschwür oder Hämorrhoiden der Fall.

Eine Blutarmut infolge einer akuten oder chronischen Blutung wird auch Blutungsanämie genannt.

Anämie durch gesteigerten Erythrozytenabbau

Als sogenannte hämolytische Anämie bezeichnen Mediziner eine Blutarmut, die durch den gesteigerten Abbau oder Zerfall von roten Blutkörperchen entsteht. Die Lebensdauer der Erythrozyten von normalerweise 120 Tagen ist dabei auf weniger als 30 Tage verringert.

Der Grund dafür liegt manchmal bei den roten Blutkörperchen selbst (korpuskuläre hämolytische Anämie): Die Erythrozyten weisen einen meist genetisch bedingten Defekt auf und werden deshalb vorzeitig abgebaut.

Das ist etwa bei der Sichelzellanämie der Fall: Hier sind die roten Blutkörperchen nicht – wie normalerweise – scheibenförmig und an beiden Seiten leicht eingedellt, sondern sichelförmig. Sie verklumpen leicht und werden in der Milz vermehrt abgebaut. Ein anderes Beispiel ist die Kugelzellanämie mit kugelrunden Erythrozyten.

Bei der extrakorpuskulären hämolytischen Anämie liegt die Ursache außerhalb der Erythrozyten. Beispielsweise werden die roten Blutkörperchen mechanisch zerstört, etwa durch künstliche Herzklappen.

In anderen Fällen sind Chemikalien, Medikamente, Immunreaktionen oder Infektionserreger (wie Malaria-Erreger) für den übermäßigen Abbau der Erythrozyten verantwortlich.

Anämie durch Verteilungsstörung

Gelegentlich beruht eine Anämie auf einer Verteilungsstörung. So sammelt sich etwa bei Menschen mit einer stark vergrößerten Milz (Hypersplenismus) so viel Blut in diesem Organ, dass es im restlichen Körper an Erythrozyten mangelt.

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Blutarmut: Behandlung

Die Behandlung einer Blutarmut richtet sich nach Ursache und Schwere der Anämie. Einige Beispiele:

  • Liegt an Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure vor, wird das Defizit mit entsprechenden Medikamenten ausgeglichen, also etwa mit Eisen- oder Folsäuretabletten. Nehmen Sie solche Präparate aber nur auf Empfehlung eines Arztes ein (besonders Eisenpräparate).
  • Spielt Mangelernährung eine Rolle (wie Folsäuremangel, Eisenmangel) bei der Entstehung einer Anämie, ist es ratsam, die Ernährung anzupassen.
  • Ist eine Blutung der Grund für die Anämie, muss sie gestoppt werden. So versorgen Ärzte etwa ein blutendes Magengeschwür durch eine Operation. Ist der Blutverlust sehr groß, erhält der Patient Infusionen mit Erythrozytenkonzentrat ("Bluttransfusion").
  • Nierenkranke Patienten mit renaler Anämie erhalten Erythropoetin, um den Mangel an blutbildendem Hormon auszugleichen.
  • In schweren Fällen von hämolytischer Anämie ist es mitunter notwendig, die Milz zu entfernen – also jenes Organ, das für den Abbau von roten Blutkörperchen zuständig ist.
  • Bei schwerenangeborenen Formen von Blutarmut wie der Sichelzell-Anämie ist gegebenenfalls eine Stammzelltransplantation hilfreich.

Manche fragen sich, was passiert, wenn eine Blutarmut nicht behandelt wird. Infolge des verminderten Sauerstofftransports ist eine unbehandelte Anämie eine große Belastung für den Körper. Ist eine schwerwiegende Erkrankung der Grund für die Anämie und bleibt diese unbehandelt, sind lebensbedrohliche Folgen möglich.

Ob jemand aufgrund einer Anämie arbeitsunfähig ist, hängt von ihrer Schwere und der auslösenden Ursache ab.

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Anämie: Wann zum Arzt?

Wenn Sie glauben, an einer Blutarmut zu leiden, ist es ratsam, bald einen Arzt aufzusuchen. Das gilt besonders, wenn Sie Blut im Stuhl, Urin oder Erbrochenem entdecken. Es liegt dann vermutlich eine ernste innere Blutung vor.

Auch für Menschen mit Grunderkrankungen (Herzleiden, Diabetes et cetera) ist es empfehlenswert, bei Anzeichen von Blutarmut umgehend zum Arzt gehen: Die Anämie belastet und schwächt den kranken Körper nämlich zusätzlich.

Für Frauen mit ungewöhnlich starker Menstruation, sehr häufigen oder sehr lange andauernden Regelblutungen ist es ratsam, eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen aufzusuchen.

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Anämie: Untersuchungen und Diagnose

Bei Verdacht auf Blutarmut nimmt der Arzt Ihnen Blut ab, um es im Labor genauer untersuchen zu lassen. Bei dieser Blutuntersuchung achtet er vor allem auf folgende Parameter:

  • Hämatokrit: Der Hämatokritwert gibt das Verhältnis von festen Zellen zum flüssigen Anteil des Blutes an. Bei gesunden Menschen stellen die Zellen etwa 40 bis 50 Prozent des Blutes. Bei einer Anämie ist dagegen der Hämatokritwert erniedrigt.
  • Anzahl der Erythrozyten: Ist die Zahl der roten Blutkörperchen verringert, ist mitunter eine Blutbildungsstörung der Grund.
  • Hämoglobin: Bei Blutarmut ist der Hämoglobinwert (Hb) zu niedrig.
  • MCV (mittleres korpuskuläres Volumen): Das MCV gibt das durchschnittliche Volumen eines roten Blutkörperchens an. Bei einer mikrozytären Anämie ist das MCV erniedrigt, bei einer makrozytären Anämie erhöht und bei einer normozytären Anämie normal.
  • MCH (mittleres korpuskuläres Hämoglobin): Es gibt den durchschnittlichen Hämoglobingehalt eines roten Blutkörperchens an. Ist der Erythrozyt mit zu wenig Hämoglobin ausgestattet, spricht man von einer hypochromen Anämie. Ist der Hämoglobingehalt erhöht, deutet das auf eine hyperchrome Anämie hin. Liegt eine Blutarmut vor, obwohl die MCH-Werte normal sind, spricht man von einer normochromen Anämie.
  • Serumferritin: Das ist der wichtigste Laborwert zur Beurteilung der Eisenspeicher. Ist er erniedrigt, liegt ein Eisenmangel vor.
  • Retikulozyten: Das sind die jungen Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen. Ist ihre Anzahl erhöht, deutet dies auf eine schon länger bestehende Anämie, eine Blutarmut infolge gestörter Blutbildung oder einen gesteigerten Erythrozytenabbau hin.
  • Entzündungswerte: Dazu zählen etwa die Blutsenkungsgeschwindigkeit, das CRP (C-reaktives Protein) und die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Liegt etwa eine entzündliche Erkrankung als Ursache der Blutarmut vor, spiegelt sich das in erhöhten Entzündungswerten wider.

Wenn die Ursache der Anämie unklar ist, führt der Arzt zur Diagnostik zusätzliche Untersuchungen durch:

  • Okkultblut-Test: Damit lassen sich Spuren von Blut im Stuhl nachweisen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Okkulte Blut deutet auf kleine Blutungen im Verdauungstrakt hin.
  • Endoskopie: Mittels Magenspiegelung und Darmspiegelung lassen sich Blutungsquellen im Verdauungstrakt erkennen und gleichzeitig stillen.
  • Knochenmarkdiagnostik: Sie ermöglicht es dem Arzt, schwerwiegende Anämien mit Knochenmarkstörungen (wie aplastische Anämie) zu erkennen. Auch bestimmte Formen der Leukämie, die oft mit einer Blutarmut verbunden sind, lassen sich mittels einer Analyse der Knochenmarkzellen feststellen.
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Anämie: Vorbeugen

Eine ausgewogene Ernährung ist hilfreich, um bestimmten Formen der Blutarmut vorzubeugen. Achten Sie zum Beispiel darauf, dass Sie mit der Nahrung ausreichend Folsäure aufnehmen. Größere Mengen des Vitamins finden sich etwa in Bohnen, Spargel, Spinat, Kopfsalat, Weißkohl und Leber. Besonders wichtig ist Folsäure in der Schwangerschaft. Deshalb empfehlen Ärzte die Einnahme von Folsäurepräparaten bei Kinderwunsch und während der Schwangerschaft.

Auch Lebensmittel mit Vitamin B12 sollten regelmäßig auf Ihrem Speiseplan stehen. Dazu zählen etwa Fisch, Fleisch, Eier und Milchprodukte.

Besonders wichtig für Frauen ist eine ausreichende Zufuhr von Eisen: Durch die Menstruation geht nämlich regelmäßig ein Teil des wichtigen Spurenelements verloren. Vor allem Frauen mit starker, lang andauernder Monatsblutung (Menorrhagie) entwickeln oft eine Eisenmangel-Anämie.

Aber auch Sportler sind anfällig für Eisenmangel, da sie mit dem Schweiß vermehrt Eisen ausscheiden. Eisenreiche Lebensmittel wie Leber, rotes Fleisch, Petersilie, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Sesam und Nüsse helfen dabei, den Eisenbedarf zu decken.

Um die Aufnahme von Eisen im Darm zu unterstützen, ist es sinnvoll, eisenhaltige Lebensmittel mit Vitamin-C-Quellen zu kombinieren. Geben Sie zum Beispiel einen Schuss Zitronensaft in das Salatdressing oder trinken Sie ein Glas Orangensaft zum Steak oder Vollkornreis. So hilft die Ernährung dabei, einer Anämie durch Eisenmangel vorzubeugen.

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Häufige Fragen zur Anämie

Was ist eine Anämie?

Bei einer Anämie (Blutarmut) fehlt es dem Körper an gesunden roten Blutkörperchen. Da diese Blutzellen für den Sauerstofftransport zuständig sind, kann der Mangel Beschwerden wie Müdigkeit, Schwäche, Kurzatmigkeit oder Schwindel auslösen. Mögliche Ursachen einer Anämie sind zum Beispiel innere oder äußere Blutungen, Eisen- oder Vitaminmangel, chronische Krankheiten wie Krebs und genetische Störungen.

Was tun bei einer Anämie?

Mögliche Anzeichen von Blutarmut sollten Sie ärztlich abklären lassen. Besteht tatsächlich eine Anämie, richtet sich die Behandlung nach ihrer Ursache und Schwere. Sie kann zum Beispiel die Gabe von Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure, eine Bluttransfusion und/oder Ernährungsumstellung (z.B. bei Eisenmangel) umfassen.

Was sollte man bei einer Anämie essen?

Ernähren Sie sich ausgewogen, um einer Anämie durch Eisen-, Vitamin B12- oder Folsäuremangel entgegen zu wirken. Gute Eisenquellen sind etwa rotes Fleisch, Leber, Pfifferlinge und Sesam, wobei sich die Eisenaufnahme durch Vitamin C (z.B. aus frischem Orangensaft) steigern lässt. Vitamin B12 steckt etwa in Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten, Eiern und Milchprodukten. Folsäure liefern zum Beispiel grünes Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Leber und Eier.

Welche Blutwerte hat man bei einer Anämie?

Bei einer Anämie sind die Blutwerte für Hämoglobin, Hämatokrit und die Erythrozyten (roten Blutkörperchen) erniedrigt. Bei einer Eisenmangelanämie sind zudem das Ferritin im Serum erniedrigt und das Transferrin ernöht. Je nach Art der Anämie können weitere Blutwerte erhöht oder erniedrigt sein (z.B. MCV, MCH).

Woher kommt eine Anämie?

Eine Anämie entsteht, wenn der Körper nicht genügend rote Blutkörperchen bildet, diese zu schnell abgebaut werden oder in großer Menge verloren gehen. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel ein Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure, chronische Nierenerkrankungen, Krebs, Entzündungen, Infektionen, genetische Störungen, akute oder chronische Blutungen (z.B. bei einem Magengeschwür) sowie bestimmte Medikamente.

Was sind die Symptome einer Anämie?

Eine Anämie äußert sich oft durch Symptome wie Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, blasse Haut und Schleimhaut, Herzklopfen, Ohrensausen und Atemnot (zuerst nur bei Belastung, dann auch in Ruhe). Je nach Art der Blutarmut sind weitere Anzeichen möglich, etwa entzündete Mundwinkel (bei Eisenmangelanämie) oder Zungenbrennen (bei Vitamin B12-Mangel-Anämie). Eine leichte Anämie kann auch symptomlos bleiben.

Wann ist eine Anämie gefährlich?

Eine unbehandelte schwere oder chronische Anämie kann gefährlich sein, da sie zu Sauerstoffmangel in den Organen führt. Dies kann unter anderem Herzprobleme oder Hirnschäden verursachen. Bei Schwangeren erhöht eine Anämie das Risiko für eine Frühgeburt und ein niedriges Geburtsgewicht des Kindes.

Ist eine Anämie heilbar?

Anämie ist in den meisten Fällen heilbar. Die Behandlung umfasst je nach Ursache zum Beispiel Eisen- oder Folsäurepräparate, Medikamente zur Anregung der Blutbildung oder Bluttransfusionen. In chronischen Fällen kann eine dauerhafte Behandlung erforderlich sein.

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